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KI in der Arztpraxis 2026: Was heute funktioniert, was rechtlich gilt und was Praxen vor dem Einsatz prüfen sollten

KI hilft in Praxen heute vor allem bei Sprache und Text: Telefonassistenz, Terminorganisation, Übersetzung im Gespräch und die Dokumentation der Sprechstunde. Für alle gilt derselbe Prüfrahmen: Wo werden welche Daten verarbeitet, wer ist verantwortlich, und bleibt die fachliche Entscheidung bei der Ärztin oder dem Arzt? Dieser Überblick ordnet die Einsatzfelder, fasst die Regeln zusammen und führt zu den vertiefenden Leitfäden.

Abstrakte Praxis als Knotenpunkt mit vier verbundenen Räumen für Telefon, Termin, Gespräch und Brief
Redaktion KiPT Voice · J Medical GmbH

Redaktionell gegen Produktverhalten und angegebene Primärquellen geprüft; keine individuelle medizinische oder rechtliche Beratung.

Einsatzfelder, die heute funktionieren

Die Werkzeuge, die sich in Praxen durchgesetzt haben, arbeiten mit Sprache und Text. Sie nehmen Verwaltung ab oder verschieben Schreibarbeit, und sie lassen die fachliche Entscheidung dort, wo sie hingehört.

  • Telefonassistenz: Anrufe annehmen, Anliegen erfassen, Rückrufe sortieren.
  • Terminorganisation: Anfragen, Erinnerungen, Ausfälle nachbesetzen.
  • Dokumentation der Sprechstunde: das Gespräch aufzeichnen, verschriftlichen und als Entwurf ordnen.
  • Arztbrief-Entwürfe aus dem Gespräch oder aus der Akte.
  • Übersetzung: ein fremdsprachig geführtes Gespräch deutsch dokumentieren.
  • Schriftverkehr und Formulare: Entwürfe für wiederkehrende Texte.

Was rechtlich gilt

Vier Regelwerke betreffen fast jede KI-Anwendung in der Praxis. § 201 StGB: Eine Aufnahme des Gesprächs braucht die vorherige Zustimmung aller Beteiligten. § 203 StGB und die DSGVO: Ein Anbieter, der Gesprächsinhalte verarbeitet, ist mitwirkende Person und Auftragsverarbeiter; das verlangt Vertrag, Erforderlichkeit und geprüfte Maßnahmen, für Gesundheitsdaten nach Art. 9 DSGVO mit besonderer Sorgfalt. § 630f BGB: Was in die Akte kommt, entscheidet die behandelnde Person, zeitnah und nachvollziehbar.

Die KI-Verordnung der EU kommt hinzu. Ihr Art. 4 verpflichtet Betreiber seit Februar 2025, für ausreichende KI-Kompetenz der Personen zu sorgen, die KI-Systeme einsetzen; für eine Praxis heißt das eine dokumentierte Einweisung des Teams. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung weist zudem darauf hin, dass der Einsatz von KI für Patientinnen und Patienten transparent sein soll.

Ist Dokumentationssoftware ein Medizinprodukt?

Das entscheidet die Zweckbestimmung, die der Hersteller erklärt. Ein Werkzeug, das ausschließlich wiedergibt und ordnet, was gesagt wurde, und keine Diagnose vorschlägt, verfolgt keinen medizinischen Zweck im Sinne der Medizinprodukteverordnung. Produkte, die selbst fachliche Einschätzungen liefern, sind gesondert zu prüfen; die Praxis sollte sich die Zweckbestimmung schriftlich geben lassen.

Cloud, lokal oder hybrid

Bei Sprach- und Textwerkzeugen entscheidet der Datenweg über den Prüfaufwand. Cloud-Werkzeuge übertragen Aufnahme oder Text an den Anbieter. Lokale Werkzeuge verarbeiten auf dem Praxisrechner. Hybride Werkzeuge halten die Aufnahme lokal und übertragen nur Text. Jede Variante kann zulässig sein; keine ist es von selbst. Der Leitfaden „Cloud oder lokal“ nimmt die drei Datenwege auseinander.

Was vor einem Pilot zu prüfen ist

Ein Pilot in der eigenen Praxis ist die einzige Messung, die zählt. Vorher gehören diese Punkte auf eine Seite Papier:

  • Welche Aufgabe soll das Werkzeug übernehmen, und woran erkennt die Praxis nach zwei Wochen, ob es das tut?
  • Wo werden Audio, Text und Ergebnis verarbeitet, und steht das im Vertrag?
  • Wie wird die Zustimmung eingeholt und dokumentiert, und was passiert bei Ablehnung?
  • Wer im Team ist eingewiesen, und wer ist Ansprechperson für Zugriff und Löschung?
  • Wie kommt das Ergebnis in die Praxissoftware, und wer prüft es vorher?
  • Was kostet es nach dem Pilot, und endet der Pilot ohne automatische Verlängerung?

Die Leitfäden im Überblick

Der Wissensbereich vertieft jedes dieser Themen: die Aufnahme und ihre Zustimmung, die Dokumentationspflicht, lange und unterbrochene Sprechstunden, fremdsprachige Gespräche, die Auswahl von Software mit zwölf konkreten Fragen, die drei Datenwege und den Weg vom Entwurf zum Arztbrief. Jeder Leitfaden beginnt mit der Antwort, nennt Grenzen und verweist auf die amtlichen Primärquellen.

Häufige Fragen

Muss ich Patientinnen und Patienten über den KI-Einsatz informieren?

Für Aufnahmen ja, vorab und mit der Möglichkeit abzulehnen. Darüber hinaus gelten die Informationspflichten der DSGVO für jede Verarbeitung ihrer Daten, und die Kassenärztliche Bundesvereinigung empfiehlt Transparenz über den Einsatz von KI im Praxisablauf.

Braucht die Praxis eine Datenschutz-Folgenabschätzung?

Bei der Verarbeitung von Gesundheitsdaten mit neuer Technik ist das nach Art. 35 DSGVO zu prüfen und häufig der Fall. Die Praxis klärt das mit ihrer Datenschutzberatung, bevor der Pilot beginnt.

Welche KI eignet sich für eine kleine Praxis?

Die, die eine konkrete Aufgabe übernimmt, deren Datenweg auf einer Seite erklärbar ist und die in zwei Wochen mit echten Fällen getestet werden kann. Eine Empfehlung ohne Kenntnis der Praxis wäre unseriös.

Ersetzt KI die Dokumentation durch die Ärztin oder den Arzt?

Nein. Sie liefert einen Entwurf. Die Prüfung, Korrektur und Übernahme in die Akte bleibt ärztliche Aufgabe, und die Verantwortung dafür auch.

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